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Kann der neue Chef MTU noch profitabler machen?

23.05.2026  ·  Quelle: wiwo.de  ·  Originalbeitrag

Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines, ein Dax-Konzern, stand lange unter der Führung von internen Führungskräften, die mit ruhiger Hand für Wachstum und Stabilität sorgten. Nun übernimmt Johannes Bussmann, der als Außenseiter gilt und zuvor Chef von Lufthansa Technik war, die Unternehmensführung. Bussmann will die MTU noch profitabler machen und setzt dabei Akzente, die das bisherige Gleichgewicht im Unternehmen verschieben könnten.

MTU erzielte in den letzten Jahren beachtliches Wachstum, vor allem durch das lukrative Geschäft mit Wartung und Ersatzteilen für Flugzeugtriebwerke, welches gegenüber der vergleichsweise margenschwachen Neuentwicklung zunehmend in den Mittelpunkt rückte. Unter Bussmanns Vorgängern wurde die Position als innovativer Triebwerksbauer mit globalen Partnern wie Pratt & Whitney weiter gestärkt.

Bussmann bringt nun neue Impulse: Er plant, das Aftermarket-Geschäft weiter auszubauen, die operative Effizienz zu steigern und stärker auf margenstarke Servicemodelle zu setzen. Gleichzeitig soll die Digitalisierung forciert und die globale Präsenz erhöht werden. Herausforderungen sieht Bussmann in wachsenden politischen Unsicherheiten, dem wachsenden Konkurrenzdruck – insbesondere aus Asien – und der Kapitalbindung in neue Triebwerksprogramme. Zudem werden nachhaltige Antriebstechnologien künftig eine größere Rolle spielen.

Der Markt blickt gespannt auf Bussmanns Kurswechsel, der einerseits für weiteres Wachstum und Profitabilitätssteigerungen sorgen könnte, andererseits aber auch Risiken birgt, falls bewährte Strukturen zu schnell aufgebrochen werden. Die MTU-Aktie reagiert bisher verhalten, doch Analysten sehen in Bussmanns Führung langfristige Chancen für das Unternehmen, seine Position in der internationalen Luftfahrt weiter zu festigen.