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Wie Siemens Lean zur autonomen Fabrik weiterdenkt

23.05.2026  ·  Quelle: produktion.de  ·  Originalbeitrag

Das Siemens Gerätewerk Erlangen entwickelt die Prinzipien von Lean Manufacturing zur autonomen Fabrik weiter und verbindet Methoden wie Lean-Management, digitale Zwillinge, Künstliche Intelligenz (KI), Datenplattformen und IT/OT-Konvergenz. Damit begegnet das Werk aktuellen Herausforderungen wie steigender Variantenvielfalt (über 1.000 Produktvarianten im Make-to-Order-Betrieb), zunehmendem Wettbewerbsdruck an Hochlohnstandorten und dem hohen Reifegrad digitaler Technologien. Klassisches Lean trägt weiterhin zur Effizienz bei, stößt jedoch an Grenzen, wenn Prozesse immer komplexer, individueller und schneller veränderlich werden.

Durch die Umstellung auf das Digital Enterprise transformiert Siemens das Werk strategisch: Digitale Zwillinge ermöglichen es, Produktionslinien virtuell zu entwerfen, zu simulieren und zu optimieren, wodurch Test- und Anlernprozesse aus der physischen in die digitale Welt verlagert werden. Das spart Zeit, Material und Kosten, reduziert Risiken und beschleunigt Inbetriebnahmen. Mithilfe von KI können Qualitätsabweichungen flexibler erkannt und adaptive Automatisierungen wirtschaftlich auch bei mittleren Stückzahlen umgesetzt werden. Datenbasierte Optimierungen von Abläufen steigern Flexibilität und Produktivität.

Das Siemens-Gerätewerk Erlangen gilt als digitale Leuchtturmfabrik und demonstriert die Vorteile ganzheitlicher Digitalisierung für komplexe, variantenreiche Industriezweige wie den Maschinenbau. Die Kombination aus intelligenter Datennutzung, Automatisierung und flexibler Produktionssteuerung wird zum Erfolgsfaktor, um Nachhaltigkeit, Geschwindigkeit und Qualität auch bei sich wandelnden Marktbedingungen sicherzustellen. Das Werk ist somit Vorbild, wie deutsche Produktionsstandorte im internationalen Wettbewerb durch Technologie- und Digitalisierungsvorsprung bestehen können.