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Nach langer Zurückhaltung attackiert Airbus seinen wichtigsten Lieferanten scharf

24.05.2026  ·  Quelle: wiwo.de  ·  Originalbeitrag

Der Flugzeughersteller Airbus hat nach langer Zurückhaltung eine öffentliche Kritik an seinem wichtigsten Triebwerkslieferanten Pratt & Whitney (eine Tochter von RTX, vormals Raytheon) geäußert. Anlass sind anhaltende Qualitäts- und Lieferschwierigkeiten bei den neuen Geared-Turbofan-Triebwerken, die vor allem bei A320neo-Modellen zu massiven Problemen führen. Zahlreiche Airbus-Kunden mussten ihre Flugzeuge am Boden lassen, da Triebwerke repariert oder ausgetauscht werden mussten. Die Verzögerungen beeinträchtigen nicht nur die Auslieferungspläne von Airbus erheblich, sondern sorgen auch für Image- und Vertrauensverluste in der gesamten Branche. Airbus fordert von Pratt & Whitney mehr Transparenz, bessere Kommunikation und schnellere Problemlösungen. Hintergrund ist der starke Wettbewerbsdruck, vor allem durch den Boeing 737 MAX und deren Zulieferer. Pratt & Whitney verweist auf hohe Investitionen zur Problembehebung, doch angesichts der massiven Auswirkungen auf Airlines und Leasinggesellschaften wächst bei Airbus der Unmut. Die Auseinandersetzung verdeutlicht die Abhängigkeit großer Flugzeughersteller von wenigen Schlüsselzulieferern und ihre limitierten Einflussmöglichkeiten bei Lieferengpässen. Airbus könnte langfristig versuchen, stärker auf alternative Antriebshersteller wie CFM International zu setzen. Aktuell belastet der Streit jedoch die gesamte Lieferkette der Luftfahrtindustrie und stellt Herausforderungen für die geplanten Produktionssteigerungen von Airbus dar.