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Der Industrieumsatz in Deutschland ist im ersten Quartal erstmals seit 2023 wieder gestiegen

26.05.2026  ·  Quelle: produktion.de  ·  Originalbeitrag

Im ersten Quartal 2026 ist der Umsatz der deutschen Industrie erstmals seit 2023 wieder gestiegen – um 1,7 % auf 531 Mrd. Euro. Der Anstieg basiert laut einer EY-Studie auf verbesserten Zahlen aus der Metallbranche, deren Umsatz um 18 % zulegte. Besonders die Exporte trugen mit einem Plus von 28 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zum Wachstum bei. Auch Autoindustrie (+2,1 %) und Elektroindustrie (+1,4 %) erzielten leichte Umsatzsteigerungen. Dagegen verzeichneten Papier- (–6 %) und Textilindustrie (–8 %) Rückgänge.

Trotz dem positiven Umsatzimpuls befinden sich die Unternehmen weiterhin in einer angespannten Lage. Die Beschäftigung in der deutschen Industrie sank im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 % bzw. 127.300 Arbeitsplätze auf nunmehr 5,3 Mio. Beschäftigte – der stärkste Rückgang betraf die Autoindustrie (–32.000 Stellen), den Maschinenbau (–22.000) und die Metallerzeugung und -bearbeitung (–8.800).

Als Gründe für den weiteren Stellenabbau nennt EY strukturelle Überkapazitäten, hohe Energie- und Arbeitskosten, verschärfte internationale Konkurrenz und Belastungen durch Zölle. Der anhaltende Kostendruck sowie geopolitische Unsicherheiten – wie der Iran-Krieg – verschärfen die Situation. Die Bundesregierung reagiert mit Maßnahmen wie Industriestrompreis und Steuersenkungen, deren Wirkung jedoch verzögert einsetzt.

Ob es sich beim jüngsten Umsatzwachstum um eine nachhaltige Trendwende oder nur einen kurzfristigen Aufschwung handelt, bleibt laut EY offen. Der Auftragsbestand der Industrie legte im März zwar um 8 % zu, dennoch erwarten Experten einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen und potenziell auch Werksschließungen in den kommenden Monaten.